Arbeitsgruppe Schule

Die AG-Schule hat sich im heurigen Schuljahr viermal getroffen, um über die aktuellen Probleme und Anliegen der Eltern in Südtirols Schulen zu sprechen. Wir konnten für die Arbeitsgruppe als Expertin Dr. Veronika Pfeifer, stellvertretende Inspektorin der Dienststelle für Unterstützung und Beratung am deutschen Schulamt gewinnen. Sie nahm an den geplanten Treffen der Arbeitsgruppe teil, und konnte so ihr Fachwissen, aber vor allem auch die Sichtweise der Dienststelle einbringen.
Ein ständig sehr stark verspürtes Thema ist jenes, der fehlenden Ressourcen in der Schule, sei es an Mitarbeitern für Integration, als auch an Integrationslehrpersonen. Hier versuchte die Arbeitsgruppe die Diskussion nicht alleine auf diese Ressourcenmängel zu belassen, sondern klar herauszuarbeiten, dass zum guten Gelingen einer integrierten, ja einer inklusiven Schule, mehr als nur Ressourcen gebraucht werden. Es braucht das Bewusstsein, dass der gesamte Klassenrat für die Inklusion von Schülern mit Beeinträchtigung zuständig ist und, dass auch die Eltern viel aktiver sich in der Schule einbringen müssen! Dafür müssen alle Seiten sensibilisiert werden.
So wie die Arbeitsgruppe im letzten Jahr geplant hatte, wurden im heurigen Schuljahr bei mehreren, zum Teil sehr gut besuchten Elterntreffen, zusammen mit Frau Dr. Pfeifer Veronika von der Dienststelle für Unterstützung und Beratung die Eltern diesbezüglich sensibilisiert, um nicht nur bei diesem Thema „hängen“ zu bleiben und vielleicht viele andere wichtige Aspekte zu vergessen.
Wir als AEB sind in der Zwischenzeit sogar der Überzeugung, dass zu viel Ressourcen für einen Menschen mit Schwierigkeiten jeglicher Art die Integration hemmt und nicht fördert, denn das Lehrerteam „delegiert“ dieses Problem alleine dem/r Integrationslehrer/in bzw. dem/r Mitarbeiter/in für Integration und für das Team selbst ist so das Problem damit gelöst. Dies kann jedoch nicht praktizierte Integration sein!
Unser Verband wird zusammen mit der Dienststelle für Unterstützung und Beratung immer mehr von ausländischen Delegationen aus dem Bereich der Schule kontaktiert, um über die große Erfahrung der Integration in der Schule zu berichten. Bei diesen Besuchen weisen wir sehr wohl immer wieder auf die oben genannten Schwierigkeiten hin, die einzelnen Schulen sollten sich dieser kritischen Fragen auch vermehrt stellen, und nicht nur für den Besuch ein perfektes Bild nach außen abgeben!
Noch ein Gedanke sei mir erlaubt zu der neuen Oberschulreform: So wie ich die ersten politischen Aussagen interpretieren kann, sollten bestimmte Oberstufen (Gymnasien) für so genannte „elitäre“ Schüler mehr forciert werden und die „anderen“ eher die Berufsbegleitenden Schulen (Berufsschulen) anpeilen. Dies ist aus meiner Sicht ganz klar gegen eine inklusive Schule für alle! Alle Schulen müssen offen sein für alle Schüler und man soll nicht von vorneherein aussondern. Zudem würden die einen Schultypen dadurch überlastet, was sie jetzt eh schon sind, und die anderen würden nicht mehr das Gesellschaftsbild widerspiegeln, in dem wir leben! Gerade mit diesem Thema wird sich unsere interne AG-Schule in nächster Zeit ausführlich auseinandersetzen. Genauso steht die Überarbeitung des LG 20/83 an, hier muss sich die Arbeitsgruppe klar werden, welche Anpassungen notwendig sind, damit die schulische Integration jetzt noch verbessert werden kann, denn das Gesetz wurde vor beinahe 30 Jahren geschaffen, wo viele Voraussetzungen völlig anders waren!
Ich versuche natürlich die aktuellen Probleme in die von der Landesregierung eingesetzte „Arbeitsgruppe für Integration“, in der ich als Elternvertreter Mitglied bin, einzubringen. Auch diese Sitzungen sind im Jahresablauf in den Zeitressourcen einzuplanen!
Leiter der AG-Schule - Hansjörg Elsler
