Postkartenaktion „Gleiches Recht auf Arbeit“
Mit der Postkartenaktion will der AEB seine jahrelange Forderung an die Politik die Integration in die Arbeitswelt der Menschen mit Behinderung durch entsprechende Maßnahmen zu unterstützen, öffentlich bekannt machen. Er startet damit eine breit angelegte Initiative, mit dem Ziel die Situation von Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt zu verbessern. Dabei fordert der AEB eine strategische Umorientierung der Behindertenpolitik in Südtirol, die im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention ist. Die Konvention besagt, dass behinderte Menschen das gleiche Recht auf Arbeit haben, dies beinhaltet das Recht auf die Möglichkeit, durch Arbeit seinen Lebensunterhalt zu verdienen, die in einem offenen und integrativen Arbeitsumfeld frei gewählt und angenommen wird. Der AEB verlangt deshalb von der Politik klare Maßnahmen, die in diese Richtung weisen. Ein Baustein auf diesem Weg ist der geplante, schrittweise Übergang von der Schule in die Berufswelt. Der AEB hat heuer deshalb ein Projekt gestartet, finanziert vom Europäischen Sozialfonds, um diesen Übergang besser zu gestalten. Denn die Lebenswege vieler Jugendlichen sind oft sehr früh schon vorgezeichnet und führen direkt in geschützte Einrichtungen. Möglichkeiten der Teilhabe und das Recht auf Arbeit werden den Jugendlichen dadurch vorenthalten und verwehrt.
Im Zuge der Initiative „Gleiches Recht auf Arbeit“ wird der AEB im Frühjahr auch eine Tagung organisieren. Es gibt mittlerweile sehr viele gute Beispiele, wie die berufliche Integration gelingen kann. Diese Beispiele wollen wir aufzeigen, wir wollen aufzeigen, dass jeder Menschen ganz gleich welche Behinderung er hat, arbeiten kann. Wichtig ist nur, dass er die dafür notwendige Unterstützung erhält. Das kostet in den allermeisten Fällen keinen Cent mehr, meist sogar weniger, als die Unterbringung in geschützten Werkstätten und Einrichtungen, aber die Menschen gewinnen um ein Vielfaches an Lebensqualität und Selbstständigkeit. Die Vorteile liegen auf der Hand und wir fordern von der Politik, diese auch in Südtirol zu nutzen. Gleiches Recht auf Arbeit darf niemandem mehr länger verwehrt und vorenthalten werden.
Bozen, den 03.12.2011
Workshop "Rechnen mit links.... und rechts" für Menschen mit Down Syndrom
vom 24. bis 25.03.11 – von 09.00 bis 17.00 Uhr
im Kolpinghaus Bozen
Die Entwicklung des mathematischen Denkens beginnt nicht erst beim Eintritt des Kindes in die Schule. Schon sehr früh kann durch gezielte Förderung der Sinne eine Basis geschaffen werden, um erste “Rechenwurzeln“ zu legen.
Sind basale Teilleistungen wie z. B. die Raumorientierung, die Serialität, das Abstraktionsvermögen nur mangelhaft ausgebildet, treten häufig Rechenschwächen auf.
Es gilt daher Defizite aufzufangen und Grunderfahrungen nachzuholen.
Im Workshop „Rechnen mit links … und rechts“ werden praxisnahe Möglichkeiten aufgezeigt (video-unterstützt), wie Basisfertigkeiten geschult werden können.
Weiters werden der Aufbau der Zahlenräume (10, 100), Addition, Subtraktion und das Erlernen der Malreihen mit Hilfe der Finger vorgestellt.
Dieser Workshop ist Teil des 2-jährigen EU-Projektes “Yes we can – Mathematik für Menschen mit Down Syndrom“ und hat das Ziel, Fachpersonen wie Ergotherapeuten, Sozialbetreuer/innen, Frühförderer, Lehrer/innen und Mitarbeiter/innen für Integration in die spezielle Rechenmethode “Rechnen mit links … und rechts“ einzuführen.
Das Projekt sieht vor, dass die Workshopteilnehmer/innen als Multiplikatoren fungieren und über 6 Monate gezielt mit Personen mit Down Syndrom arbeiten. Während dieses Zeitraumes werden die Multiplikatoren von den Trainerinnen, Johanna Lerchner und Sieglinde Platzer begleitet und unterstützt.
Internationaler Tag des Down Syndroms
Der Arbeitskreises Eltern Behinderter (AEB) zieht Bilanz
Der Arbeitskreis Eltern Behinderter (AEB) zieht zum heutigen internationalen Tag des Down Syndroms Bilanz: viel wurde im letzten Jahr für Menschen mit Down-Syndrom erreicht, einiges wurde auf den Weg gebracht, die Integration in die Arbeitswelt ist noch eine offene Baustelle.
Menschen mit Down-Syndrom besitzen das Chromosom Nummer 21 in 3-facher Ausführung; daher wurde der 21.03. als Tag des Down-Syndroms ausgewählt. An diesem Tag finden auf der ganzen Welt zahlreiche Aktionen und Informationsveranstaltungen zum Down-Syndrom statt.
Der AEB befasst sich das ganze Jahr über mit Anliegen von Menschen mit Down-Syndrom, eine interne Arbeitsgruppe, die aus Mütter und Väter von Kindern/Jugendlichen mit Down-Syndrom bestehen, treffen sich regelmäßig und man nimmt zu Themen Stellung die gerade aktuell sind bzw. greift neue auf und versucht diese bei Politik und Behörden zu positionieren.
Unter der Koordination des Landesamtes von Menschen mit Behinderung arbeitet eine Arbeitsgruppe ein Konzept für die Familienbegleitung und pädagogische Frühförderung von Kindern mit Beeinträchtigungen aus. In dieser Gruppe arbeitet neben der Lebenshilfe auch der AEB aktiv mit, um so zu einer wertvollen Dienstleistung auch gerade für Familien mit neugeborenen Kindern mit Down-Syndrom in den ersten Lebensjahren zu kommen. Hier werden jene Gelder verwendet, die frei wurden durch die Angleichung der Zivilinvalidenrenten für minderjährige Teilinvalide.
Zwei Mütter mit Jugendlichen mit Down Syndrom arbeiten seit über einem Jahr an einem EU Projekt mit, um so eine neue Rechenmethode für Kinder mit Down-Syndrom zu erlernen und dann als Multiplikatoren bzw. Trainerinnen diese neue Methode auch in Südtirol bekannt zu machen. Gerade in dieser Woche passend zum Down-Syndrom-Tag veranstaltet der AEB am Donnerstag und Freitag einen zweitägigen Workshop im Bozner Kolpinghaus, um diese Methode weiteren Fachkräften aber auch Eltern bekannt zu machen. (siehe separaten Bericht).
Eine Mutter eines Kleinkindes mit Down-Syndrom arbeitet seit einigen Monaten in einer Arbeitsgruppe zusammen mit Mitarbeitern der Dienststelle für die Pflegeinstufung mit, um so auch die Anliegen und Bedürfnisse von Eltern mit diesen besonderen Kindern in der Pflegeinstufung besser einzubringen.
Eine große Baustelle ist aber noch die Schaffung von Arbeitsplätzen von Menschen mit Behinderungen! Gerade Menschen mit Down-Syndrom haben bei optimaler Förderung sehr gute Möglichkeiten, auch in die Arbeitswelt integriert zu werden. Nicht nur das dies mittel- bzw. langfristig auch die öffentlichen Sozialausgaben nach unten drückt, denn diese Menschen mit einem eigenen Gehalt brauchen keine Sozialleistungen mehr und außerdem besetzen sie auch keinen sehr teuren Werkstattplatz in einer geschützten Struktur mehr.
Vielmehr muss auch im Sinne der Chancengleichheit, neben der Integration (Inklusion) eine wichtige Bestimmung in der UN-Konvention, ein Jugendlicher mit Down-Syndrom selbst entscheiden können, ob er nach der Schulbildung in einer geschützten Werkstatt arbeiten will, oder an einem integrierten Arbeitsplatz.
Der AEB setzt sich mit Nachdruck dafür ein, dass entsprechende Maßnahmen getroffen werden, damit mehr integrierte Arbeitsplätze geschaffen werden können. Der nahtlose Übergang von der Schulbildung in die Arbeitswelt muss schon in den letzten Jahren der Schulbildung geplant und unterstützt werden. Dabei müssen immer die Jugendlichen mit Behinderung mit ihrem Interesse, ihren Fähigkeiten und ihrem Willen im Mittelpunkt stehen. Aus diesem Grund hat der AEB ein ESF-Projekt ausgearbeitet, um Moderatoren auszubilden, damit sogenannte Unterstützerkreise geschaffen werden, ein gesellschaftliches Netzwerk, das eine bessere Teilhabe von Menschen mit Behinderungen bei der Arbeit und Freizeit erreichen sollen.
Spendenübergabe der Firma Energy. dis an den Arbeitskreis Eltern Behinderter (AEB)

Kürzlich hat der Geschäftsführer der Brixner Firma Energy. dis, Dr. Eugen Psaier dem Präsidenten des Arbeitskreises Eltern Behinderter (AEB), Herrn Elsler Hansjörg eine Spende überreicht.
Das Brixner Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen Energy. dis hat kürzlich dem seit mehr als 30 Jahren tätigen Südtiroler Verband „Arbeitskreis Eltern Behinderter (AEB)“ eine ansehnliche Summe als Spende übergeben. Der Geschäftsführer des Energieunternehmens Dr. Eugen Psaier unterstrich dabei, dass es für sein Unternehmen selbstverständlich sei, sich auch im sozialen Bereich zu engagieren.
Der Präsident des ARBEITSKREISES ELTERN BEHINDERTER (AEB), Herr Hansjörg Elsler bedankte sich herzlichst beim Unternehmen, das durch diese Spende wesentlich dazu beigetragen hat, die vielseitige Tätigkeit des AEB im Behindertenbereich in Südtirol mitzufinanzieren, zumal die öffentlichen Zuwendungen in den letzten Jahren doch auch zurückgefahren sind. Mehr denn je sind Spendengelder von großer Wichtigkeit, um die Durchführung derselben Tätigkeiten Südtirolweit auch weiterhin garantieren zu können.
Schulische Integration von Menschen mit Behinderungen
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