VERSCHIEDENES
Pflegesicherung
Am Donnerstag den 4. Februar 2010 hat die Landesverwaltung im Landhaus 12 eine Tagung veranstaltet, wobei Experten aus dem In- und Ausland die 2-jährige Erfahrung mit den Einstufungskriterien in der Pflegesicherung wissenschaftlich durchleuchteten. Auch unser Verband wurde eingeladen, über die Erfahrungen unserer Mitgliederfamilien zu berichten. Frau Claudine Vascellari, Vorstandsmitglied aus Bozen, hat dabei von durchwegs positiven Erfahrungen mit dem Einstufungsteams von den Familien berichtet. Die Teams nahmen sich viel Zeit und versuchten mit viel Professionalität und Einfühlungsvermögen auf die einzelnen Situationen in den Familien einzugehen. Bei bestimmten Fällen gab es auch die Möglichkeit um eine Neueinstufung anzusuchen, was meistens dann auch zu den korrigierten Einstufungen führte. Es wurde von Frau Vascellari aber auch über die Probleme der Einstufung von kleinen Kindern mit Behinderung berichtet, da es für die Teams nicht leicht ist, die Mehrarbeit in der Pflege, aber vor allem auch in der vermehrten Förderung der Kinder und deren Begleitung zu Therapien in den Bewertungsbögen ausreichend zu berücksichtigen. So wurde für manche Familien dieser Aspekt der Förderung und Therapie gerade bei Kindern mit Down-Syndrom zu wenig in der Zeiterfassung für die Auswertung der Pflegestufe berücksichtigt. Die verantwortlichen Mitarbeiter im Dienst für die Pflegeeinstufung sind sich dieser Tatsache bewusst und werden nach der Auswertung der Erkenntnisse dieser doch sehr interessanten Tagung, versuchen die Fragebögen dementsprechend anzupassen.
Der Ausschuss des AEB hatte am Freitag den 12. Februar 2010 eine Aussprache mit den verantwortlichen Mitarbeitern des Dienstes der Pflegeeinstufung im Landhaus 12. Dabei konnten die oben aufgezeigten Punkte vertieft und über neue Ansätze und Ideen diskutiert werden. Unser Verband wird weiterhin in Kontakt mit dieser Dienststelle bleiben, die konstruktive Kommunikation fortführen und sofort Probleme und Anliegen unserer Mitgliederfamilien weitergeben.
Finanzielle Sozialhilfe
Auf Vorschlag von Landesrat Richard Theiner hat die Landesregierung am 21. Dezember 2009 die Beträge der finanziellen Sozialhilfe sowie die Mindest- und Höchsttarife für Leistungen der Sozialdienste im Jahr 2010 festgelegt (Rundschreiben in der Anlage). Für das Jahr 2010 kann eine allein stehende Person monatlich € 585,60 als Maximalbetrag erhalten, eine Familie mit zwei Personen € 766,16, drei Personen € 995,52, vier Personen € 1.200,48 usw... (siehe Tabelle Jahr 2010) - weiter
Landesethikkommission
Der Ausschuss hatte im Frühjahr ein erstes Treffen mit dem verantwortlichen Leiter der Landesethikkommission, Dr. Herbert Heidegger und Dr. Maria Habicher zum Thema Pränataldiagnostik und deren Umgang mit diesem Thema in den Südtiroler Sanitätsstrukturen. Wir einigten uns, dass wir dieses doch heikle Thema im Herbst mit der Landesethikkommission in Form eines „Kamingesprächs“ an die Öffentlichkeit bringen werden; um so vermehrt diese Diskussion anzuregen, die aus unserer Sicht häufig immer noch ein Tabuthema ist.
Sachwalterschaft
der AEB wurde vom Amt für Menschen mit Behinderung und Zivilinvaliden am 14.05.09 zum „Runden Tisch“ und am 09.06.09 zum „Koordinierungstischtreffen“ zum Thema Sachwalterschaft eingeladen um gemeinsam die weiteren Vorgehensweisen zu besprechen.
FC-Gruppe Pustertal
die langjährige Leiterin der Selbsthilfegruppe FC (Facilitated Communication – Gestützte Kommunikation) in Bozen, Frau Angelika Stampfl hat sich bereit erklärt, die neu gegründete Gruppe von Eltern von Menschen mit dem Spectrum Autismus im Pustertal zu leiten. Betroffene Eltern können auf die Erfahrung von Frau Stampfl zurückgreifen, aber auch in der Gruppe das nötige Verständnis und die Hilfestellung finden.
Interessierte können sich an Frau Stampfl Angelika, Tel. 0472/801537, Handynr. 340/3464707, E-mailadresse: angelika.stampfl(at)hotmail.de oder unseren Ansprechpartner/innen vor Ort, Frau Kammerer Margit, Tel. 0474/548034, Handynr. 338/1768213, E-mailadresse: reinhard.kammerer(at)alice.it oder Herr Pörnbacher Ignaz, Tel. 0474/550939, Handynr. 339/3910243, E-mailadresse: ivhs(at)grain-bz.org wenden.
Projekt Zukunft schenken
Dank der Weihnachtsspendenaktion zum Projekt „Zukunft schenken“, welche auf Anregung von Frau Gertrud Calenzani in Zusammenarbeit mit dem Raiffeisenverband Südtirol in die Wege geleitet wurde, konnten von DDr. Plangger Sascha und seinem Mitarbeiter Herrn Verant Oskar in einigen Gemeinden Südtirols Erhebungen zur eventuellen Arbeitseingliederung von Menschen mit mentaler Beeinträchtigung in Kleinbetrieben (5 bis 15 Personen) durchgeführt werden. Wir sind zuversichtlich, durch diese Initiative zumindest für einige Menschen mit mentaler Beeinträchtigung neue Möglichkeiten der Integration am Arbeitsplatz schaffen zu können. Es soll ein Aufruf an alle Gemeinden und deren Wirtschaftsbetriebe sein, eine eventuelle Einstellung eines Menschen mit mentaler Beeinträchtigung in Betracht zu ziehen. Die Erhebungen wurden in den Gemeinden Kaltern, Klausen und Umgebung, Unterland und Umgebung bereits durchgeführt, während Erhebungen in weiteren Gemeinden für den Herbst geplant sind.
Cultura Socialis
(besonderes Projekt der Abteilung Sozialwesen zwecks Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Sozialem und Wirtschaft): seit Einführung dieser Initiative verfolgt unser Verband aufmerksam die eingereichten Projekte. Das von unserem Verband heuer eingereichte Projekt „Nischenarbeitsplätze für Menschen mit Behinderung“ wurde unter den 5 Besten Projekten für Unternehmen gewählt.
Sektion "Mentale Behinderung und Lernschwächen" im Dachverband
in dieser Sektion wird vorwiegend das Thema Arbeitsintegration und Transport von Menschen mit Beeinträchtigung behandelt. Leiterin dieser Sektion ist Frau Dr. Psaier (Ausschussmitglied des AEB und Vorstandsmitglied des Dachverbandes der Sozialverbände Südtirols).
Sektion "Bedarfssituation im alter" im Dachverband
Menschen mit Behinderung werden immer älter, deshalb gilt es, sich rechtzeitig Gedanken über deren Bedürfnisse (psychologische individuelle Begleitung, Ausweitung des Projektes („KID’S“ oder „Gemeinsam wachsen“) auch auf ältere Menschen mit Behinderung, alternative Wohnmodelle wegen Überfüllung der Heime, usw. zu machen. Über diese und weitere Anliegen setzt sich unsere Vertreterin in dieser Sektion, Frau Gertrud Calenzani ein. Menschen mit Behinderung werden immer älter, deshalb gilt es, sich rechtzeitig Gedanken über deren Bedürfnisse (psychologische individuelle Begleitung, Ausweitung des Projektes („KID’S“ oder „Gemeinsam wachsen“) auch auf ältere Menschen mit Behinderung, alternative Wohnmodelle wegen Überfüllung der Heime, usw. zu machen. Über diese und weitere Anliegen setzt sich unsere Vertreterin in dieser Sektion, Frau Gertrud Calenzani ein.
Zusammenarbeit mit anderen Verbänden
in mehreren Aussprachen mit der Lebenshilfe, dem Verein „Il sorriso – das Lächeln“ und dem Verband „Eltern Hörgeschädigter Kinder“ haben wir versucht die gemeinsamen Interessen zu bündeln um vereint bei den politischen Vertretern unsere Anliegen vorzubringen. Ebenso pflegen wir einen engen Kontakt mit dem Verband „Angehöriger und Freunde psychisch Kranker“, der „SI.MO.“ und dem Verein „Freunde der Behinderten“.
Pustertaler Integrationsgespräche
traditionsgemäß fanden auch heuer wieder in Zusammenarbeit zwischen GRAIN und unseren AEB-Vertreter/innen aus dem Pustertal die „Pustertaler Integrationsgespräche“ vom 13.05.09 bis 20.06.09 in Bruneck statt. Schwerpunkte dieser Veranstaltungsreihe waren zum einen die Begleitung und therapeutische Förderung von Menschen mit Wahrnehmungsstörungen (Autismus) und das Anrecht auf Arbeit auch für Menschen mit Behinderung und seine Umsetzung für Südtirol (in einer eigenen Menschenrechtskonvention verankert). Besonders beeindruckend war der Erfahrungsbericht der Familie Aglio (Sohn mit Down-Syndrom – Dr. Francesco Aglio) aus Cremona.
Elterntreffen in den Sprengeln und Selbsthilfegruppetreffen
in den einzelnen Sprengeln fanden verschiedene Elterntreffen unter der Leitung unserer jeweiligen Ansprechpartner/innen statt. Dabei wurde zwar meistens über verschiedene Themen aus dem Behindertenbereich gesprochen, trotzdem blieb aber immer noch genügend Zeit für ein gemütliches Beisammensein. Bei diesen Treffen wurden verschiedene Informationen ausgetauscht und den Eltern die Möglichkeit geboten ihre Anliegen vorzubringen.
Ebenso haben sich in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen auch unsere 11 Selbsthilfegruppen getroffen. Gerade bei diesen Treffen wird der rege Erfahrungsaustausch unter Eltern, deren Kinder/Jugendliche/Erwachsene dieselbe Behinderung aufweisen, sehr geschätzt.
Nähere Informationen über die nächsten Termine unserer Elterntreffen bzw. Selbsthilfegruppen vor Ort erteilt Ihnen der/die jeweilige Ansprechpartner/in ihres Sprengels, unsere Selbsthilfegruppenleiter/innen oder unser Büro.
Verschiedene Initiativen/Workshops
in Bruneck fand am 19.04.09 nachmittags unter der Leitung von Frau Nicolette Blok (ausgebildete Frühförderin mit zusätzlicher Qualifikation als Systemische Beraterin und Unterstützte Kommunikationspädagogin der Workshop „Weniger ist mehr“ statt. Dieser Workshop gab Überblick über das breite Therapieangebot, welches Menschen mit Behinderung offen steht, darüber wo das Therapeutische anfängt und das „Normale“ aufhört, bei welchem Kind man auf Grund seiner Behinderung mehr tun sollte, und darüber, ob jedes Kind, auch das Behinderte, seine Normalität hat. Am selben Tag fand vormittags immer mit Frau Blok das Vertiefungsworkshop „Frühes Lesen“ als Möglichkeit zur Sprachanbahnung für Kinder mit Down-Syndrom und anderen Behinderungsformen statt.
In Schlanders fand am 22.04.09 nachmittags immer unter der Leitung von Frau Blok der Workshop „Integration – meinen wir alle dasselbe“ statt. In diesem Workshop wurden einerseits fachliche Inputs erkundet, andererseits ging es auch darum, die eigenen Ideen rund um Integration und Schule zu überprüfen. Das wichtigste dabei war, Erfahrungen auszutauschen und Werkzeuge zu entwickeln um im Alltag mit Schule und Integration gut zurecht zu kommen.
Zur Unterstützung von Eltern von Kindern/Jugendlichen/Erwachsenen mit Autismus wurden im Frühjahr drei Informationstreffen von Experten zu verschiedenen anwendbaren Methoden durchgeführt und zwar die „Unterstützte Kommunikation“ mit Frau Leimstädtner Susanne, die „Teacch Methode“ mit Frau Kaiser Hildegard und die „ABA Methode“ mit Frau Giovanna Pirozzi.
Im Herbst wird das letzte Treffen zur „Affolter Methode“ mit Herrn Joachim Tauscher diese Informationsserie abschließen.
In Kardaun wurde am 27.02.09 von Frau Dr. Marion Brugnara ein Informationstreffen zum Thema „Sachwalterschaft“ abgehalten. Eltern, Geschwister und Angehörige von Menschen mit Behinderung konnten sich dabei ausführlich über dieses Thema informieren.
In Brixen wurde am 09.05.09 der Eltern-Kind-Tag zum Pörnbacher Konzept durchgeführt. Frau Traudl Pörnbacher (vom Zentrum für Komplementärmedizin und Leiterin des Pörnbacher Instituts für Fortbildung in München) bot individuelle Beratung und Supervision an. Diese Behandlungsweise beruht auf Aktivierungsreizen, die durch spezifische Lagerungselemente erwirkt werden. Dadurch werden individuell Aufrichtungsprozesse aktiviert, die dem jeweiligen Entwicklungsstatus des Kindes angepasst sind. Zugleich wird durch ein gezieltes Reizangebot die sensomotorische Entwicklung aktiviert.
Informationen über geplante Initiativen bis Jahresende entnehmen sie dem Terminkalender im Anhang.
