Projekt beschreibung "Yes we can"

Yes, we can …!
Mathematik für Menschen mit Down Syndrom

Das Grundtvig-Programm
Hier handelt es sich um ein EU-Programm für allgemeine Erwachsenenbildung, benannt nach dem dänischen Theologen und Pädagogen Nikolaj Severin Grundtvig (1783-1872). Er gilt als Nestor der Heimvolkshochschule und hat für das lebenslange Lernen wichtige Impulse gegeben.
Zwei Ziele stehen bei Grundtvig im Vordergrund: Die Bildungsanforderungen, die sich aus einer Überalterung der Bevölkerung ergeben und zum anderen die Unterstützung von Erwachsenen bei der Erweiterung und Vertiefung ihres Wissens und ihrer Kompetenzen.
Das aktuelle Projekt
Unter dem Motto „Lebenslanges Lernen“ für alle EU- Bürger ist mit Beginn dieses Jahres der Startschuss zu einer multilateralen Zusammenarbeit von sechs Ländern gefallen, die Erkenntnisse über die mathematischen Fähigkeiten von Menschen mit Down-Syndrom und deren Entwicklung zum Inhalt hat. Das EU Projekt „Yes we can“ ist auf die Dauer von zwei Jahren ausgelegt und will europaweit auf die Bedürfnisse und Entwicklungsmöglichkeiten von Menschen mit Down Syndrom aufmerksam machen.
Die Teilnehmer
Das Projekt „Yes, we can …“ steht unter der Projektleitung von Österreich in Zusammenarbeit mit den Ländern Deutschland, Rumänien, Tschechien, Italien und Dänemark. Solche multinationalen Netzwerke im Rahmen des Grundtvig-Programms „Lifelong learning“ sind auf eine effiziente Verknüpfung verschiedener, an der Erwachsenenbildung beteiligter Einrichtungen ausgelegt. So entsteht die Möglichkeit, zum einen in gemeinsamer Arbeit mit neuen Verfahren, die in Bezug auf Lernmöglichkeiten entwickelt wurden, in Kontakt zu kommen und zum anderen Zugänge zu weiteren Informationen zu entwickeln.
Das Down-Syndrom
Etwa 300 000 Menschen leben in Europa mit dem Down Syndrom, auch genannt Trisomie 21. Sie kommen mit einer genetischen Veränderung in ihrem Chromosomensatz zur Welt, welche im 19. Jahrhundert nach dem englischen Arzt Dr. John Langdon Down benannt wurde. Bei Menschen mit Down Syndrom ist das Chromosom 21 dreifach vorhanden, derzeit kommt auf ca. 900 Geburten ein Kind mit Down Syndrom. Auch Menschen mit dieser genetischen Besonderheit haben, wie alle anderen Menschen, ein Recht darauf, durch individuelle Förderprogramme und Inklusion im gesamtgesellschaftlichen Alltag die Möglichkeit zu erhalten, zu lernen, zu leben und zu arbeiten „wie andere Menschen auch“.
Rechenkompetenzen von Menschen mit Down-Syndrom
Häufig begegnet man in Veröffentlichungen der Auffassung, dass Menschen mit Down-Syndrom keinerlei Rechenkompetenzen erwerben könnten. Im Verlauf dieses Projekts sollen nun mit Hilfe eines didaktischen Konzepts, das auf neuropädagogischen Ansätzen beruht, europaweit 600 Menschen mit Down-Syndrom an die Grundrechenarten herangeführt werden. Dabei soll durch den Einsatz der Hände die Aktivierung beider Gehirnhälften, das Erlernen der Grundrechenarten sowie deren optimale Speicherung im Langzeitgedächtnis gefördert werden. So könnte es möglich werden, Menschen mit Down-Syndrom über dieses Projekt hinaus an den Umgang mit Geld, mit Mengen, Maßen und der Uhr heranzuführen und ihnen auf diese Weise neue oder mehr Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe zu eröffnen. Das Projekt will ferner dazu beitragen, Vorurteile und falsche Beurteilungen über die geistigen Entwicklungsmöglichkeiten von Personen mit Down-Syndrom abzubauen. Viel zu lange unterschätzt, sollen Menschen mit dieser Chromosomenbesonderheit dank des Grundtvig Programms Chancen auf mathematische Bildung eröffnet werden.
Ablauf des Projekts
In einem ersten Schritt wurde durch die Universität Kopenhagen ein Fragebogen erstellt, mit dem die teilnehmenden Länder jeweils 70 Personen in Bezug auf ihre mathematischen Kompetenzen befragen werden. Auf der Basis der Auswertungsergebnisse der Fragebögen durch die Universität Kopenhagen soll dann die Arbeitsmethode „Rechnen mit rechts und links“ modifiziert und Arbeitsmaterialien dazu entwickelt werden.
Anfang März 2011 schickt jede Teilnehmernation zwei Personen nach Österreich, die dort in der Rechenmethode „Rechnen mit rechts und links“ ausgebildet werden. Heimgekehrt sollen sie in ihrem jeweiligen Heimatland selbst 15-20 Trainer ausbilden, die dann in der Zeit von April bis Oktober mit 100 jungen Menschen mit Down Syndrom mit diesem Rechensystem trainieren sollen. So sollen europaweit ca. 600 Menschen mit Down Syndrom dieses Rechensystem kennenlernen, damit arbeiten und so ihre mathematische Kompetenz verbessern um damit möglichst zu einem besseren Verständnis von Geld, Maßen, Mengen und der Uhr befähigt zu werden. Alle in dem Projekt gesammelten Erfahrungen werden letztendlich in einem Handbuch zusammengefasst und bestimmen die Gestaltung und Entwicklung einer Materialbox zu dieser Rechenmethode. Um die Arbeit in dem System auch preislich erschwinglich zu gestalten, soll der Preis für diese Box den Betrag von 10 € nicht übersteigen.


Projektbeauftragte des AEB-Arbeitskreis Eltern Behinderter:
Lerchner Johanna
Platzer Sieglinde

Weitere Info’s: http://www.ds-infocenter.de/html/aktuell.html#yeswecan


 

©AEB Arbeitskreis Eltern Behinderter, Gallilei Str. 4/A, 39100 Bozen, Tel. 0471 289 100, E-Mail info(at)a-eb.net, Mwst. Nr 80024700215